„Folgen Sie mir!“ ruft eine übermotivierte „Animateurin“ einem keuchenden Tross aus Sandalenträgern zu, während sie wie wild mit einem zusammengefaltetem Knirps in der Höhe herumfuchtelt, um ja nicht übersehen zu werden. Ich fürchte dieses Bild entsteht in vielen Köpfen wenn man den inzwischen leider wirklich überholten Begriff „Fremdenführer“ hört. Das dazu passende Wort „Stadtführung“ klingt genauso spannend und löst ebenfalls nur ein Gähnen aus.
Das ist allerdings Klischeedenken und man tut damit sowohl der kulturinteressierten Gruppe, als auch den "Animateuren" unrecht.
Warum also eine(n) Guide buchen, wo man selbst nicht zur Gruppe der Birkenstockfraktion gehört und es bereits zahlreiche Apps zum Download gibt? Im World Wide Web lassen sich Fakten und Informationen mühelos herausfiltern. Zu Detailfragen finden sich weiterführende Links und KI tut mittlerweile den Rest dazu. Allerdings muss man sich hier überall erst durcharbeiten.
Der Nachteil dieser digitalen Informationsspender und Helferlein ist, dass sie uns zu viel Aufmerksamkeit nehmen. Gleichzeitig bringen sie uns auch nicht auf besonders interessante Fragen. Die entstehen immer erst durch die Impulse des Guide und der Gäste und einen dadurch entstehenden Austausch. Plötzlich tun sich neue Perspektiven auf, die zu spannenden Antworten und neuen Sichtweisen führen.
Im Vortrag und im Erfahrungsaustausch kann der menschliche Guide sofort reagieren und auch schon mal spontan die Richtung ändern. Dadurch können Dynamik und Aha-Momente entstehen, die in "lebendiger Begegnung" ganz besonders schön sind.
PS: Stadtführungen wirken sowohl bei Jahrgänger- Vereins- und Betriebsausflügen sowie bei familiären Anlässen überaus anregend!




