< Zurück zur Hauptseite
Fr 25. September 2015

Stadtführung Bregenz

pro mente Oberösterreich

Einer jener Aspekte die ich bei meinen Führungen so schätze ist, dass ich so unterschiedliche Menschen dabei kennenlernen darf. Weltenbummler und Pensionisten, Menschen die an ihrer Karriere arbeiten und solche die sich gerade davon verabschiedet haben, Unterrichtende und Kunstbeflissene, Personen unterschiedlichsten Alters, verschiedenster Herkunft und aus ungleich sozialen Stellungen. Manchmal ist es die größte Herausforderung sich auf die besondere Individualität einer Gruppe einzustellen. Umso mehr freue ich mich, wenn ich es schaffe auch die weniger Interessierten ins Boot zu holen und Aufmerksamkeit zu wecken. Wenn dann ein Austausch stattfindet, sind das die wirklich guten Momente an die sich alle gerne zurückerinnern.

Als besondere Aufgabe betrachte ich es Menschen mit Handicap zu begleiten. Blinden oder sehbehinderten Personen, ohne die Hilfe eines ausgestreckten Zeigefingers, etwas erklären zu wollen gestaltet sich oft gar nicht so einfach. Bei Menschen mit psychischer Beeinträchtigung den richtigen Sprachlevel zu finden kann eine knifflige Angelegenheit sein. Solche Aufgaben finde ich spannend und sehe ich als eine Herausforderung an, an der ich nur wachsen kann. Umso mehr habe ich mich über die Anfrage für eine Stadtführung in Bregenz von pro mente Oberösterreich gefreut. Ein Verein der sich für psychisch benachteiligte und beeinträchtigte Menschen einsetzt. Toll, dass da auch an Kulturvermittlung gedacht wird!

An einem Vormittag Ende September durfte ich die Gruppe treffen und in Empfang nehmen. Wir haben unseren Rundgang gestartet der uns zuerst in die Seeanlagen und zum Hafen führte. Ich war schon ziemlich erstaunt wie sportlich da einige unterwegs sind und bin selbst kaum nachgekommen! Aber mit Unterstützung des Gruppenleiters, Herrn Wagneder habe ich es doch irgendwie geschafft die Truppe beieinander zu halten und konnte bei der Erzählung über das erste Dampfschiff am Bodensee, der „Stephanie“, offene Ohren und zum Teil auch Münder zu verbuchen.

Weiter ging’s über den Kornmarktplatz mit einer Geschichte zum Weinhandel,  wo wir außerdem noch das neue vorarlberg museum mit seiner außergewöhnlichen Fassade betrachtet haben.

 

 

Nach Informationen zur Römerzeit am Leutbühel wollte ich unsere kleine Wanderung fortführen, aber spätestens als sich der Blick auf die Fassaden der Oberstadt geöffnet hat, drohte sich ein bereits vorhandenes leises Murren in eine kleine Meuterei zu verwandeln! Die schönsten und schaurigsten Geschichten gäbe es natürlich in der Oberstadt zu erzählen - aber selbst diesen Verlockungen wurde wehrhaft Stand gehalten. Also gut, wer nicht will der hat schon mal. Wer nicht will darf unten bleiben und warten… An diesem Punkt hat sich unsere tolle Truppe dann leider etwas dezimiert, auch weil die Augen offensichtlich auf das unwiderstehliche shopping-Angebot gelenkt wurden! Dennoch sind die Meisten dann doch mit hoch gegangen und haben sich noch an den Anekdoten und alten Gemäuern des Martinsturms erfreut. Geschichten über einen mumifizierten Haifisch, eine pensionierte Schandgeige und ein paar übermütige Eidgenossen gehören da immer dazu…

 

 

Nachdem dann alle wieder am Leutbühel zusammengefunden haben, haben wir noch unser wunderschönes Abschiedsfoto geknipst und durfte ich mich wieder verabschieden. Ich hoffe es hat allen so viel Spaß gemacht wie mir.

 

 

Jedenfalls wart ihr eine SUPERTRUPPE und ich schicke euch viele liebe Grüße nach Oberösterreich!

 

1 Kommentar