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Do 24. Dezember 2015

Aus dem Reisetagebuch

...im Advent

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen, am 23. Dezember, steht meine vorletzte Fahrt für dieses Jahr an. Mit einer wirklich bezaubernden Gruppe aus weitgereisten und überaus gebildeten Menschen. Einige von ihnen kennen die Region bereits schon recht gut und wissen viel darüber. Das macht meine Aufgabe noch anspruchsvoller und ich freue mich, dass Dialoge entstehen. Es macht einfach unglaublich viel Spaß das Wissen auszutauschen. Allerdings treibt es mir im Lauf der Fahrt ab und zu fast die Schweißperlen auf die Stirn, was meine Schäfchen so alles wissen!

Nachdem wir uns in Feldkirch kennengelernt haben, führt uns die Fahrt zur ersten Station – passend zur Weihnachtszeit - ins Krippenmuseum. Es befindet sich in Dornbirn – Gütle und beheimatet eine Vielzahl an unterschiedlichen heimischen, aber auch internationalen Krippenexponaten. Um das Museum sind alte, revitalisierte Fabrikbauten, ein ehemaliges Arbeiterwohnheim und ein Gasthaus, zu einem schönen Ensemble gruppiert. Im Gasthaus hat Kaiser Franz Josef 1881, persönlich das erste Telefon der Donaumonarchie in Betrieb genommen!

Anschließend geht die Reise Richtung Bödele. Wie fast immer, wenn die Passhöhe erreicht ist und sich der Bregenzerwald dem Betrachter zu Füssen legt, geht ein hörbares Luftholen durch den Bus. Das ist immer ein gutes Zeichen und Ausdruck der Bewunderung für die Schönheit der ausgebreiteten Landschaft mit den vielen Bergspitzen im Hintergrund. Der Bregenzerwald bietet vielerlei Themen über die es sich zu berichten lohnt und ich erzähle viel  und gerne davon. Infotainment sozusagen!

In der Bergkäserei Schoppernau angekommen, sind wir erst mal beeindruckt. Vor allem unsere Nasen! Nach einer Filmvorführung und Erklärungen zur Dreistufenwirtschaft gibt’s eine deftige Käsekostprobe und im Shop werden noch Schmankerln gekauft. Die anschließende Mittagspause lässt genügend Zeit für einen kurzen Spaziergang an der Sonne.

Wir fahren weiter nach Schwarzenberg. Der Ortskern der kleinen Gemeinde steht dank seiner feinen Wälderarchitektur unter Denkmalschutz. Im ehemaligen Tanzhaus kann ich weitere Geschichte(n) zum Dorf erzählen und spätestens bei Angelika Kauffmann laufe ich zu Höchstform auf. Die Malerin war eine hochbegabte Persönlichkeit, die ich sehr bewundere und die mich heute noch fasziniert. Sie wird auch zum Liebling meiner Gäste. Nach der Betrachtung ihrer Apostelfresken, die sie bereits mit 16 Jahren in der Dorfkirche gemalt hat, reisen wir weiter zur letzten Station an diesem Tag.

 

 

Feldkirch öffnet sich dem Besucher immer mit einem Blick auf die Schattenburg. Die malerische Marktgasse bereitet dem Weihnachtsmarkt ein stimmungsvolles Ambiente und meine Gäste schwärmen zur Erkundung der Marktstände aus. Freizeit ist angesagt. Ich empfehle noch einen Abstecher in die Johanniterkirche. Jedes Jahr im Advent gibt es in dem alten Gotteshaus eine Installation zeitgenössischer Kunst. Die Atmosphäre dort ist kaum zu beschreiben - fast unwirklich: Sie  lässt einen beinahe „ehrfürchtig“ werden und man ist geneigt dort drinnen nur zu flüstern…

 

 

Scheinbar gilt auch bei meiner Gruppe Kultur vor Konsum, denn Einige von Ihnen treffe ich etwas später bei der Besichtigung des Doms. Die gotische Kirche ist durchaus einen Besuch wert – auch für Einheimische! Die Geschichte von St. Nikolaus geht bis in das 13. Jahrhundert zurück.

Pünktlich um 17 Uhr finden sich alle am vereinbarten Treffpunkt ein und wir treten die Heimreise ins Hotel an, wo ich mich von den „tapferen und müden Kriegern“ verabschiede.

So, oder ähnlich schaut also ein Tag Urlaub im „Ländle“ aus. Außer einer Vielzahl an landschaftlichen und kulturellen Eindrücken bietet er den Besuchern

 

8,5 Stunden Zeit fernab vom Hotelbett

73,4 gefedert gereiste Kilometer

 16 rechtsdrehende Kreisverkehre

1 Geruchsexplosion in der Nase

1 glückliche und verbrauchte Reiseleiterin

 

 

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