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So 09. April 2017

Lindauer Blumenpracht

…und Hafengeschichten

Die Blumen in den vielen Beeten und Geschäften haben heute ihre Hälse um die Wette nach oben gestreckt, fast so als würden sie alle um Anerkennung  und Aufmerksamkeit schreien. Die Magnolien machen nämlich grad ordentlich Konkurrenz.

 

Ich bekomme kaum genug vom Anblick dieser übervoll beladenen Bäume und von der ganzen Blütenpracht!

 

Der See liegt ruhig da und schaut gelassen den Besuchern entgegen, die an diesen ersten warmen Sonnentagen schon in Scharen an seinem Ufer entlang spazieren.

Unverwechselbar ist er, der Hafen von Lindau. Der südlichste und einzige bayerische zugleich. Eigentlich war die Gestaltung des neuen Hafens ein klein wenig auch Neidprojekt des bayerischen Königs Maximilian. Im benachbarten Königtum Baden Württemberg, genauer gesagt in Friedrichshafen, wurde nämlich zeitgleich ebenfalls an einem Hafen für den regen Handelsverkehr über den See gebaut. Ausdruck der Macht und repräsentativ sollten sie alle beide sein.

Maximilian der Bayer nutzte die Gunst der Stunde und griff auf billiges Baumaterial zurück. Man bediente sich gerne der Steine des aufgelösten Bregenzer Klosters Mehrerau um die Hafenmauer zu bauen.

 

Die Krönung bildete dann die Platzierung des bayerischen Löwen. Kaum einer hinterfragt heute warum der König der Tiere, seit 1956, den Stadtbewohnern ausgerechnet seine Rückseite zu Betrachtung präsentiert. Zwei Erklärungen gibt es dafür, die unterschiedlicher nicht sein könnten…

Scheinbar war unser König Maximilian ob des Prestigeprojektes „Hafenbau“ unter ziemlichen finanziellen Druck geraten, oder er litt einfach unter schwacher Zahlungsmoral. Trotz mehrmaliger Mahnungen des Baumeisters blieb der Auftraggeber das Geld nämlich schuldig. Es darf daher durchaus als Spöttelei gesehen werden, wenn Simson der Löwe so ausgerichtet wurde, dass er sein Hinterteil in Richtung Königsresidenz nach München reckt.

Die österreichische Version der Geschichte ist natürlich eine Andere. Wenn man ganz genau hinschaut sieht man nämlich den sehnsuchtsvollen Glanz in den Augen des Tieres. Der ist eindeutiger Beweis dafür, dass er seine Zeit lieber an österreichischen Gestaden des Sees, bzw. bei der Jagd am Pfänder verbringen würde.

 

Grenzenlos schön - der See!

 

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