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So 01. November 2015

Goldener Herbst

Raus in die Natur!

Strahlend schön sind sie diese Tage. Nachdem uns der heilige Petrus einen Jahrhundertsommer beschert hat, meint er es wettertechnisch anhaltend gut mit uns. Manchmal mussten wir uns um diese Jahreszeit schon mit Kapuzen, Handschuhen und Schals zupacken, doch dieses Jahr lässt der November noch Einiges an Freizeitaktivitäten zu.

Es zieht mich raus in die Natur. Ich weiß dass uns der Nebel allzu bald schon gefangen halten wird und entscheide mich deshalb für einen Spaziergang in Hard am See, statt einem Ausflug in die Berge. Das Rheindelta gehört zu meinen Lieblingsplätzen in Vorarlberg. Die Natur ist immer wieder überwältigend für mich und manchmal bedaure ich, dass ihr bei den organisierten Reisen so wenig Zeit eingeräumt wird. Ein Mußestunde am Seeufer, Zeit für einen Plausch mit einem Kännchen Kaffee, oder im Sommer ein leckeres Eis... So eine kleine Auszeit sollte ab und an auch mal in die üblicherweise proppenvollen Rahmenprogramme eingebaut werden.

Heute ist alles möglich und daher sind die Uferanlagen in Hard voll mit Spaziergängern, auf der Halfpipe üben die jungen Skater waghalsige Kunststücke, Hunde jagen den geworfenen Stöckchen nach und die Radler scheinen mit den Joggern um die Wette zu strampeln. Alle sind bester Laune ob der strahlenden Sonne und einige sind sogar versucht nochmals Feuer an den öffentlichen Grillstellen anzumachen. Die Landschaft schmiegt sich hier ganz flach an den Bodensee und gibt somit für jeden Geschmack und jede Kondition etwas her.

 

Von der Dornbirner Ache bis zur Staatsgrenze am alten, unregulierten Rhein ist eine wunderbare Riedlandschaft entstanden. Bis zur Rheinmündung am Bodensee befinden sich rund 2000 ha geschützte Flachwasser, Schilfröhrichte, Feuchtwiesen und Auwälder. Dieses wunderbare Naturparadies beeindruckt mit einer Vielzahl seltener Kleintier- und Pflanzenarten, die zum Teil europaweit bedroht sind. Ornithologen kommen voll auf ihre Kosten, denn hier befindet sich ein europaweit bedeutendes Brut- und Rastgebiete für Vögel.  Ein unverzichtbares Wander- und Rastgebiet und Heimat für insgesamt über 330 Vogelarten! Im Sommer ist der Wasserstand am höchsten und im Spätwinter am niedrigsten. Ein Vogelkonzert im Frühling ist ein besonderes Erlebnis. Im Winter erinnert die Landschaft an die Nordsee. Tausende von Enten suchen nach Nahrung, denn hier finden sie die begehrten Wander- und Dreikantmuscheln.

Pioniere des Vlg. Naturschutzes forderten bereits 1928 dass das Rheindelta unverändert erhalten bleiben sollte.  Aber erst 1942 wurde das Delta zu Naturschutzzone erklärt, welches heute ein natura2000, also ein Europaschutzgebiet, ist.

 

Nach einem ausgedehnten Spaziergang am sogenannten grünen Damm, wo ich ans gegenüberliegende Ufer nach Lindau sehe und den vorbeifliegenden Zeppelin betrachte, werfe ich noch einen Blick auf die schlafende Hohentwiel. Zum Schluss renne ich mit einem fremden „Struppi“ chancenlos um die Wette, bin glücklich und freue mich auf ein wenig Müßiggang in einem netten Cafe.

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